Optimum BF30 vario

Wechsel des Wellendichtrings an der Pinole
 

Lange hat es nicht gedauert und die Maschine verlor massiv Öl über die Pinole. Am Tage war das ca 1 ml. Das erscheint erst einmal nicht viel. Richtig aufgefallen ist es mir erst als ich ca. 8 Wochen nicht in der Werkstatt war. In der Zeit war das Öl soweit ausgelaufen, dass man keins mehr im Schauglas gesehen hat und alles im Maschinentisch schwamm.

Wie geht man nun bei der Reparatur / Austausch des Wellendichtrings vor. Das ist eigentlich gar nicht so schwer.

 

1. Getriebeöl ablassen
Zuerst baut man die Motorhaube ab, entfernt die Belüftungsschraube  (345). Nun wird die Sechskantschraube (Ölablassschraube 270) langsam herausgeschraubt und das ausströmende Öl in einem öldichten Behältnis aufgefangen.
 

Highslide JS

 

Danach wird der Aufnehmer für die Drehzahlmessung abgebaut. Nun die Anzugstange demontieren. Nun kann den Motor demontieren und sichert ihn gegen herabfallen.
Die Welle des Motors zeigte eine rotbraune Farbe vom Rost der daran klebte ... Naja

 

 

Highslide JS 
   
Jetzt sieht das so aus.  
Highslide JS

Highslide JS

   
Als Nächstes wird der der Lagerdeckel (342) demontiert und der Sicherungsring (341) mit einer entsprechenden Zange entfernt. Highslide JS
   
Getriebedeckel entfernen
Nun kann daran gehen und den Deckel abbauen. Dazu werden die 6 Deckelschrauben herausgeschraubt.
Highslide JS
   
4 Schrauben werden nun in die Gewindebohrungen im Deckel wieder eingeschraubt. Diese Schrauben dienen nun als Abdrückschrauben zum Lösen des Deckels. Highslide JS
   
Behutsam hebt sich der Deckel und nimmt mehr oder weniger Bauteile mit. Bei mir sah das dann so aus. Es kann auch sein, das man den Deckel allein abbekommt in das Innenleben des Getriebes komplett im Gehäuse bleibt. Hängt alles am Deckel, dann kann man den Deckel erst abheben, wenn man die Gangschaltung durch Drehen des „Wahldrehschalter Getriebe“ (245) vom Zahnrad abkuppelt. Highslide JS
   

Nun hat man einen freien Blick in das Gehäuse.

Übrig ist nur noch die Pinole mit Spindel und der Wellendichtring. Als nächstes werden die Pinole mit der Spindel ausgebaut.

 

Highslide JS
   
Dazu müssen die Schrauben der Digitalanzeige (276) und die Schraube (320) vom Halter gelöst werden. Nun kann der Halter nach unten abgenommen werden. Ev. muss man hinten die Nut mit einem großen Schraubendreher etwas aufspreizen. Highslide JS
   

Danach dreht man mit den Griffhebeln die Pinole soweit nach unten bis sie rausrutscht. Zuvor sollte man tunlichst etwas auf den Maschinentisch legen, damit er nicht beschädigt werden kann.Nun kann man die Pinole mit Spindel bei Seite legen und sich daran machen den Wellendichtring auszubauen.
 

Highslide JS Highslide JS
   
Nun kann man die Pinole mit Spindel bei Seite legen und sich daran machen den Wellendichtring auszubauen.
Der Radial-Wellendichtring (326) ist nach unten gegen Verschieben mit einem Sicherungsring gesichert. Nun führt man z.B. einen großen Schraubendreher von unten in das Gehäuse ein und drückt mit diesen zwischen die Nasen des Sicherungsrings den Wellendichtring nach oben raus. Das geht recht einfach. Ev. muss man mit einem Hammerschlag nachhelfen. Der Wellendichtring ist danach dann aber endgültig Schrott.
   
Nun geht es an die Montage des neuen Wellendichtrings. Die Wellendichtring sitzen recht straff im Gehäuse sind selbst sehr labil. Deshalb benötigt man eine Montagehilfe. Die besteht aus einem Rundmaterial, das etwas kleiner als der Wellendichtring ist. Nun wird der Wellendichtring an die Bohrung angesetzt und die Montagehilfe darauf darauf platziert. Highslide JS
   
Nun mit leichten Hammerschlägen, immer  versetzt, den Wellendichtring soweit einschlagen, dass er auf den Sicherungsring aufliegt. Highslide JS
   
Ist das nun geschafft, kann man an die Montage des Getriebe gehen. In meinem Fall musste ich zuerst noch die Keilwelle (Welle 329) mit den daran befindlichen Zahnrädern und der verzahnten Antriebswelle (327) demontieren. Dazu dreht man das Getriebe um und unterfüttert den Deckel mit z.B. Kanthölzern soweit, dass die Wellen mit ca. 30 mm Luft auf dem Werktisch stehen. Nun beginnt man wechselweise Stück für Stück mit der Demontage der Wellen bis diese herausfallen. Hierfür eignet sich gut ein Kupferstück aus einem plattgedrückten Installationsrohr. Mit diesem „Austreiber“ kann man schonend das Kugellager herausschlagen.
   
Und nun baut man die beiden Wellen wieder in das Gehäuse ein. Auch das muss wechselseitig erfolgen, die die Zahnräder der beiden sich gegenseitig behindern. Highslide JS
   
Nicht vergessen dabei auch noch die „Gangschaltung“ aufzufädeln. Highslide JS
   
Highslide JS Highslide JS
   
Ist das nun geschafft, werden der Deckel und der Rand des Getriebegehäuses mit Dichtmasse beschichtet. Nun die Passstifte in die dafür vorgesehenen Bohrungen stecken und der Deckel kann wieder aufgesetzt werden. Die 6 Gehäuseschrauben dienen gleichzeitig als Montagehilfe, in dem man sie wechselseitig anzieht bis der Deckel bündig sitzt.
   
Highslide JS Highslide JS
   
   
   
   
   
   
   
   
 

Stand: 19.10.2013