Drehmaschine Optimum -
D240 x 500G

 

Aufstellen und überprüfen der Maschine
 

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Vorwort
In der Betriebsanleitung findet man nur den lapidaren Hinweis, dass die Maschine auf eine ebene Unterlage zu stellen ist. Was aber ist eben? Diese Frage kann ich auch nicht beantworten. Auf alle Fälle ist das genaue Ausrichten und der sichere Stand der Maschine eine elementare Voraussetzung für genaue Drehergebnisse. Die Maschine selbst ist unter diesem Aspekt nicht optimal konstruiert:
- Der Fuß auf der rechten Seite (Spindelstockseite) ist zu klein ausgeführt
- Werden beide Schrauben fest angezogen, dann verzieht sich die Maschine
- Das Maschinenbett an sich ist zu labil

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Was braucht man zum Aufstellen der Maschine?
Man braucht unbedingt eine Maschinenwasserwaage und eine Messuhr mit Stativ.
 

Maschinenwasserwaage

Bei der Maschinenwasserwaage handelt es sich um ein Präzisionsmessgerät, das auch so behandelt werden sollte.  Auf alle Fälle sollte eine Beschädigung der Auflageflächen vermieden werden. Eine Verfälschung des Messergebnisses wäre die Folge. Die Maschinenwasserwaage sollte immer in der Aufbewahrungsschachtel aufbewahrt werden, falls sie nicht gerade verwendet wird.
 

Überprüfung der Maschinenwasserwaage

Die Maschinenwasserwaage sollte vor der Verwendung überprüft werden. Dazu kann man gut die Umschlagmethode verwenden. Dazu legt man die Maschinenwasserwaage auf den Quersupport und merkt sich die Lage der Libelle, dreht die Waage um 180°. Jetzt muss die Libelle die gleiche Stellung haben. Das haben die für den Hobbyisten gedachten Wasserwaagen aber nicht. Also mal wieder selbst ist der Mann und die Wasserwaage erstmal zur Wasserwaage machen.
 
Maschinenwasserwaage
im Holzkasten
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Justierschraube
auf der Oberseite

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Justierschraube
an der Unterseite

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Durch Drehen an den Justierschrauben kann man die Lage der Libelle verändern und so die Libelle ins "Wasser" bringen. Sollte der Weg der Justierschrauben nicht ausreichend sein, so muss man die Lage der Libelle erst einmal grob einstellen. Dafür gibt es eine Einstellmöglichkeit an der Seite der Maschinenwasserwaage.
     
     

Grobjustierung
Nach dem Entfernen einer Kunststoffkappe kommt man an die Grobjustierung für die Libelle. Die Libelle wird von 2 gegeneinander verspannten Muttern gehalten. Nach dem Lösen der Muttern kann die Libelle nach Oben oder Unten verstellt werden. Hat man die richtige Stellung gefunden, wird die Libelle wieder fixiert und die Feinjustage kann mittels der Justierschrauben vollendet werden.

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Aufstellen der Maschine    
Auf den ersten Blick macht die Maschine einen recht stabilen Eindruck. Spätestens nach dem festschrauben merkt man, dass die Maschine nicht Verwindungssteif ist.
 
Laut Bedienungsanleitung soll man die Maschine auf einen ebenen Tisch stellen. Was unter Eben zu verstehen ist, darüber schweigt sich die Bedienungsanleitung aus. Nachdem die Maschine nun auf dem Tisch oder der Werkbank steht verschafft man sich mittels einer normalen Wasserwaage einen ersten Überblick über die Lage der Maschine. Die Maschinenwasserwaage wäre zu genau und würde kein brauchbares Ergebnis liefern. Als Messfläche verwendet man die Plan geschliffenen Auflageflächen, soweit vorhanden. Da das Maschinengestell nicht über Planflächen in X- und Y-Achse verfügt, wird die Wasserwaage auf den Planschlitten gelegt.

Dann werden zunächst unter die Füße auf der Spindelstockseite 2 mm-Bleche unter gelegt und zwar so, dass die Spindelstockseite höher als die Reitstockseite steht. Ab jetzt wird mit der Maschinenwasserwaage gearbeitet. Durch weitere Unterlagen wird die Spindelstockseite ins "Wasser" gebracht. Die feinen Unterlagen bestehen aus Aluminiumhaushaltsfolie. Der Fachmann nimmt dafür Hasbergfolie
®. Ist das erledigt schraubt man die Maschine auf der Spindelstockseite mit einer Schraube handfest an. Ändert sich die Lage der Libelle nicht, dann fährt man mit dem Planschlitten zur Reitstockseite und schaut sich die Lage an. Zunächst muss auch etwas untergelegt werden, da die Maschine ja mit Gefälle zur Reitstockseite aufgestellt wurde. Man bringt die Maschine nun in der Y-Achse in die Waage. Bevor nun die Reitstockseite eingestellt wird, überprüft man nochmals die Lage auf der Spindelstockseite, die sich sicherlich verstellt hat. Also diese Seite wieder ins "Wasser" bringen. Dann geht auf der Reitstockseite wie beschrieben weiter. Zwischendurch sollte immer auch die Lage der Spindelstockseite auf Lageänderungen überprüft werden. Zum Schluss verschraubt man die Maschine mit der Unterlage. Steht die Maschine nun im "Wasser" lässt man alles mal für einen Tag sich setzen. Am nächsten Tag geht's dann wie gehabt weiter. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, kann mit dem Überprüfen der Genauigkeit der Maschine begonnen werden.
     
Überprüfen der Genauigkeit    
Seriöse Anbieter geben die Genauigkeit nach der die Maschine gefertigt wurde an und liefern ein Prüfprotokoll mit. Die meisten Maschinen werden nach der sog. Werkzeugmachergenauigkeit gefertigt. Das entspricht dann den DIN-Normen
- DIN 8606 (Werkzeugmachergenauigkeit) oder auch
- DIN 8605 (erhöhte Werkzeugmachergenauigkeit).
Oft fällt in diesem Zusammenhang auch der Begriff "Schlesinger-Norm". Die beiden genannten DIN-Normen. Falls man zur Maschine kein Prüfprotokoll erhalten hat, findet man hier und hier ein Beispiel.

 

   
Prüfmittel    
- Messdorn
- Messuhr mit Stativ, bevorzugt Fühlhebelmessuhr (Pupitaster)

Bezahlbare Messdorne kann man hier kaufen (Suchbegriff: "test bar")
- Chronos Ltd.
- RGD-Tools Ltd
.
-
Arceuerotrade Ltd.
 
Wichtig ist, dass man die Messmittel auch richtig anwendet.
 
Beispiel Messuhr
Die Messuhr muss immer im rechten Winkel zum Messobjekt und Senkrecht zum Messobjekt stehen.

Beim Pupitaster sollte der Messhebel ebenfalls Senkrecht zur Uhr stehen. Sonst entstehen durch die Lageabweichung Messfehler

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Sollte kein Messdorn zur Verfügung stehen, dann kann man auch nach folgender Methode vorgehen: http://www.juergenschwelm.de unter Tipps und Tricks, Drehbank ausrichten
Wird fortgesetzt    
     
     
     
   

28.02.2010

     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
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